Film: TV-Portrait im Bayerischen Fernsehen
Film: Einladung nach Singapur

1992 - 1996 Studium am Bruckner Konservatorium in Linz/Österreich, Beginn der professionellen Sängerinnen-Karriere.

1994 Stipendium für die Manhattan School of Music in New York mit Auftritten im Jazzclub Visiones und Bryant Park Jazzfestival. TV-Portrait im Österreichischen Fernsehen von Lisa Wahlandt und ihrem Duo-Partner Joni Heine (Gitarre); Titel: "Meister von morgen".

1996 Debut-Album "live" mit der Gruppe Mind Games und dem brasilianischen Gasttrompeter Claudio Roditi. Tourneen nebst Gastsolisten (Leo Traversa, William Galison). Engagements bei den Musicals "Rocky Horror Picture Show" und "Little Shop of Horrors".

1996 bis 2003 Dozentin an der Berufsfachschule für Jazz- und Popularmusik in Regensburg.

1997 bis heute: Studioarbeit bei Film-, Funk- und Fernsehproduktionen sowie als Gast auf mehreren CDs. Wahlandt singt die Titelmelodie der Sitcom "Die Nanny" und im Kinofilm "Heinrich der Säger".

1999 Bossa Nova-CD: "Mind Games plays the music of Stan Getz and Astrud Gilberto". Die Band erreicht damit PLATZ 1 der Jazz-Charts in Singapur.

2000 CD "GUTE NACHT LIEDER": Wahlandt interpretiert klassische deutsche Schlaflieder.

2002 Newcomer-Preis der Süddeutschen Zeitung und des Bayerischen Rundfunks für Lisa Wahlandt. CD "Bossa Nova Affair". Jazzfestival Maribor (Slovenien).

2003 bis 2005 Lehrstuhl für Jazzgesang am Richard Strauss Konservatorium München.

2003 TV-Portrait der Sängerin im Bayerischen Fernsehen. CD "Marlene" im neuen Drum & Bass Gewande. CD "Strange World" (Roberto di Gioia) feat. Lisa Wahlandt , Til Brönner u.a.

2004 Einladung nach Singapur: Lisa Wahlandt und Mulo Francel (Quadro Nuevo) gastieren im größten Konzertsaal der asiatischen Metropole - der Esplanade. ARD-MOVIE "DER KLEINE MANN".

2005 Gastauftritt bei den Münchner Symphonikern unter der Leitung von Edward Warren "Night of the Proms" in der Residenz. Wiederholte Einladung nach Singagur in die Esplanade diesmal mit dem Lisa Wahlandt <acoustic project<

2006 Goethepreis für die Vertonung "Gesang der Geister über den Wassern" in Zusammenarbeit mit Eisenhauer/Meyer/Wahlandt. Sommerliche Musiktage Hitzacker mit dem klassischen Streichquartett Ensemble Resonanz. Diverse Werbe- und Filmmusikaufträge.

2007 Komposition und Produktion von Werbemusiken in Zusammenarbeit mit Sven Faller

2008 CD "Brisa do Mar" mit Mulo Francel (Quadro Nuevo)



Lisa Wahlandts Debut Album entsteht 1996. "live" mit Mind Games und dem brasilianischen Trompeter Claudio Roditi als Gast. Tourneen mit Leo Traversa, William Galison und diversen Musicals (Rocky Horror Show, Little Shop of Horrors) folgen.

1994 porträtiert der ORF in der Sendung "Meister von Morgen" das 1990 gegründete Gitarren-Gesangs-Duo "Joni und Lisa". Im selben Jahr erhält sie ein Stipendium an die Manhattan School of Music in New York.

Das Bruckner Konservatorium in Linz, Abt. Jazz- und Popularmusik ist 1992 ihr Eintritt ins "Profilager".

Wenn Lisa Wahlandt heute gefragt wird, wie sie, das niederbayerische Landkind, eigentlich zur Jazzsängerin wurde, die in München und Berlin, New York und San Francisco auftritt, dann lacht sie - ein bisschen spöttisch, ein bisschen melancholisch, mit nicht zu überhörender Selbstironie. "Ach weißt du", sagt sie dann, "schon als ich vier Jahre alt war, haben mich meine Eltern nach München mitgeschleppt zu Konzerten von Ella Fitzgerald und Sarah Vaughan, der Plattenschrank daheim war voll mit Jazz-Standards, Billie Holiday, Betty Carter, Peggy Lee, Astrud Gilberto und Stan Getz, das alles hab ich praktisch mit der Muttermilch eingesogen, und schon mit sechs Jahren stand mein Entschluss fest: Ich werde Jazzsängerin..."

Ach ja? Really? - Nein. Das ist natürlich reine Persiflage. In Wahrheit war Lisa Wahlandts Weg zur professionellen Jazzsängerin alles andere als vorgegeben. In diesen Tagen feiert sie ihren 36. Geburtstag. Hätte jemand vor 20 Jahren der Sekretärin im Landwirtschaftsamt der niederbayerischen Kreisstadt Pfarrkirchen prophezeit, wo das Leben und die Liebe zur Musik Sie einmal hinführen werden, das junge Fräulein Wahlandt hätte sich an die Stirn getippt. Freilich, gesungen hat sie schon damals. Schon immer. "Singen war immer selbstverständlich für mich", sagt sie, "singen war Freude, Beruhigung, Hilfe in einsamen Momenten. Trotzdem wäre ich nie auf die Idee gekommen, nach der Schulzeit Sängerin zu werden. Dass Singen ein Beruf sein kann, überstieg meine Vorstellungskraft."

Lisa wuchs auf einem Bauernhof auf, mit Hühnern, Hunden, Kühen, Katzen, Pferden und Schweinen. Ihr Vater spielte "wunderschön" Akkordeon: alte Schlager, Volkslieder. Bei Familienfesten wurde ganz selbstverständlich gesungen und gespielt, und so entstand, zwischen Julio Iglesias und "Am Brunnen vor dem Tore", die Basis von Lisa Wahlandts Musikalität. "Entdeckt wurde ich dann", sagt sie, jetzt wieder mit diesem selbstironischen Unterton, "als Teenager am Lagerfeuer." Sie sang zu den Dylan- und Neil Young-Hits, die einer auf der Gitarre klampfte - und stand bald darauf im Proberaum ihrer ersten Band. Es waren Schüler und Studenten, sie nannten sich Touchdown, man schrieb das Jahr 1984. Von da an fügte sich eins zum anderen im Leben der Sängerin Lisa. Bei ersten Gigs zwischen Vilshofen und Eggenfelden fiel das talentierte Mädchen dem niederbayerischen Profimusiker Christian Ortner auf, der sie in seine lokale Bigband einlud. Sie war gerade mal 18 und wusste nicht, wie ihr geschah: "Plötzlich finde ich mich vor einer Bigband neben dem Klavier stehend mit Jazzstandards auf dem Notenpult wieder. Sie phrasieren wirklich gut, sagten die zu mir, man merkt, das Sie vom Jazz kommen... Ich hatte keine Ahnung, wovon die reden. Klar, ich bin an aller Musik interessiert, und zugehört habe ich immer schon, mehr oder weniger unbewusst, aber sehr genau. Deshalb hatte ich wohl ein Jazzphrasing, bevor ich überhaupt wusste, was Standards sind."

Aber das lernte Lisa Wahlandt schnell. Nach einem Zwischenspiel mit der Fusion-Band Sunny Side Up traf sie 1990 den damals 17jährigen gitarristischen Wunderknaben Joni Heine. Lisa lebte immer noch in Niederbayern, hielt immer noch fest - konventionell erzogen, wie sie war - an ihrem Daytime-Job im Pfarrkirchner Amt für Rübenzucht und Schweinemast.

Der große Erfolg des Duos "Joni und Lisa" wies ihr endgültig den Weg in die Sängerinnenkarriere. Mit anspruchsvollen Arrangements zwischen Jazz und Beatles bestehen die Beiden 1992 die Aufnahmeprüfung an das Bruckner-Konservatorium in Linz. Seriöse Studien, Stimmschulung, Klavier, Komposition, Workshops mit Jazzgrößen, und neben dem Unterricht zahllose Auftritte - von jetzt an geht's ins Profilager. 1994 porträtiert das Österreichische Fernsehen Joni und Lisa in der Serie "Meister von morgen", sie werden zu einem Gastspiel der "Hallucination Company" des unvergessenen Falco nach Wien eingeladen. Und noch im selben Jahr findet sich das Lieserl vom Bauernhof dort wieder, wo der Jazz herkommt: Sie erhält ein Stipendium an die New School of Music, Manhattan, New York City. Lisa Wahlandt singt beim Seaport Festival, im Bryant Park, im Jazzclub Visiones.

Ihre Karriere ist im Gang. Zurück in Deutschland singt sie bei Musicals in Regensburg ("Jesus Christ Superstar"), Straubing ("Rocky Horror Picture Show") und Eggenfelden ("Little Shop of Horrors"), singt im Bregenzer Festspielhaus "die Sonne", sie verdient Geld in Gala- und Showbands.

Aber ihr Herz gehört dem Jazz. 1996 findet sie zu Mind Games, der inzwischen europaweit bekannten Formation um den Saxofonisten Mulo Franzl und den Bassisten Didi Lowka (Quadro Nuevo) Eine fruchtbare Zusammenarbeit, die bis heute anhält. 1996 erscheint die erste CD mit der Sängerin Lisa Wahlandt: Mind Games "life" und Claudio Roditi als Gasttrompeter. Tournee mit Leo Traversa, Bassist bei Tanja Maria. 1997: Tournee mit William Galison, einem Jazzvirtuosen auf der chromatischen Mundharmonika. 1998 Zusammenarbeit in San Francisco mit der Sängerin Rhiannon im Dunstkreis Bobby McFerrins. 1999 zweite CD: "Mind Games plays the music of Stan Getz und Astrud Gilberto".

Bossanova und die modernere brasilianische Musik wird zu Lisa Wahlandts neuer Liebe. Ihr ist, als entdecke sie hier eigene Wurzeln: "die weiche Sprache, der tanzende Rhythmus, die Melancholie..." Sie wird zu einem Fest mit Gilberto Gil eingeladen, singt zum erstenmal in ihrem Leben in brasilianischer Sprache. Das Millenniumsjahr 2000 wird zu einem ihrer bisher produktivsten. Im März CD-Einspielung "favourite tunes" mit "The Geff Gang". Im Juli "Brazileiro" eine Band die sich neuerer brasilianischer Musikkultur widmet eine wunderbare CD entsteht. Im September die CD "Mind Games Kind of Swing". Im Dezember bringt sie ihr ganz persönliches "Baby" heraus: eine CD mit Gute Nacht Liedern für Kinder und Erwachsene. Vergangenes Jahr arbeitete Lisa Wahlandt mit der Geff Gäng, der Eddie Green Band zusammen, ist auf zahlreichen CDs Background-Stimme. Heuer stand sie mit dem Orchestre Obscure & Peter Ludwig zum erstenmal neben klassischen Staatsorchestermusikern auf der Bühne. Film und Fernsehen wurden auf ihr vielseitiges Talent aufmerksam: Lisa sang in der Sitcom "Die Nanny", im BR-Movie "Der kleine Mann" und im Kinofilm "Heinrich der Säger". Im Mai 2002 hört der erfahrene Jazzveranstalter Ado Schlier ihre neue CD "Bossa Nova Affair" und ist beeindruckt. Sie wird Preisträgerin der Süddeutschen Zeitung.

Nicht schlecht, so weit, für ein Madl vom Dorf. Lisa Wahlandt lebt seit einigen Jahren in München, in einer kleinen Dachwohnung an der Isar. Wenn sie ihre Eltern besucht, drunten in Niederbayern, kommt ihr der eigene Werdegang selbst manchmal fast unglaublich vor - und doch auch wieder konsequent.

"Musik ist für mich halt immer das Schönste gewesen, damals schon. Dann hab ich gemerkt, Jazz entspricht mir am meisten, weil er viele Freiheiten lässt. Ich will mich nicht festlegen, ich will nicht stehenbleiben." Kürzlich hat sie gemerkt, dass ihr neuestes Projekt sie zurück führt in Kindheitsgefühle: "Als kleine Lisa hab ich Deutsch gesungen und lautmalerisches Englisch, so wie ich's im Radio gehört hab. Als Erwachsene kam zum Englischen Brasilianisch dazu, auch Französisch hab ich schon gesungen. Und jetzt bin ich wieder beim Deutschen angelangt..." Klingt spannend, was ist das neue Projekt? Lisa Wahlandt lächelt wieder so ironisch. "Abwarten", sagt sie. "Ist noch nicht ganz spruchreif."