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| IN München Lisa meets Mulo Brisa do Mar Ein Ohrenschmaus der ganz besonders feinen Sorte kommt einmal mehr aus dem gut sortierten Hause GLM. Anschmiegsam und gefühlvoll, erotisch aber nicht verrucht, rund um sympathisch und auch sonst erstklassig, tollen Sängerin Lisa Wahlandt und Saxophonist Mulo Francel über den Strand und zaubern mitten in den tristen Winteralltag einen Hauch von Sommer und Sonne. Swingender Samba und sensible Bossa Novas für ein besseres Leben. Danke dafür. |
| Jazzzeitung Regensburg CD Tipp von Ursula Gaisa Wärmende Brise vom Meer Das musikalische Liebespaar Wahlandt-Francel mit neuer CD Es gehört schon Mut dazu, mitten im kalten deutschen Winter eine CD mit dem Titel "Brisa do mar" und Neuinterpretationen brasilianischer Bossa Novas und Sambas unter´s Volk zu bringen. Doch wenn die Protagonisten Lisa Wahlandt und Mulo Francel heißen, kann man sich freuen. Die Sängerin und ihr kongenialer Partner an Saxophon, Klarinette, Vibraphon, Gitarre und Mandoline treffen mitten ins eingefrorne Herz und wecken mit einer sanften Meeresbrise Frühlingsgefühle. Musikalisch ineinander verliebt sind die beiden bereits seit Anfang der 90er Jahre. Es folgte eine erste Zusammenarbeit mit der Band "Mind Games", nach deren Auflösung sich die Sängerin und der Saxophonist, der seit Jahren immens erfolgreich mit Quadro Nuevo auf Tour in ganz Europa ist, eher sporadisch musikalisch immer wieder zusammen tun - freundschaftlich verbunden sind sie seitdem immer. Bei verschiedenen Treffen und Abendessen entdeckte man ein gemeinsame Passion: den Bossa Nova und Samba Brasiliens der 60er Jahre. Mulo Francel holte sich bereits im Alter von 13 Jahren die ersten Platten von Stan Getz aus Papas Schrank und Lisa war ebenfalls seit langem fasziniert vom Klang des Portugiesischen und diesen Rhythmen, die eine Leichtigkeit versprühen können, die dem kraftvollen amerikanischen Jazz und dem Ernst der euopäischen Musik oftmals fehlen. So entstand 2002 die erste Samba-Bossa-Platte unter dem Titel "Bossa Nova Affair", an die "Brisa do Mar" nahtlos anschließt, wobei mit der Auswahl der Titel wieder eine gute Mischung aus Original-Kompositionen, eigenen Titeln und "umtonierten" Lieblingsnummern gelang. Los geht's mit Lisa Wahlandts und Sven Fallers sehnsuchtsvollem Titelsong "Brisa do Mar", melancholische Cello- und Geigenklänge (Fanny Kammerlander, Peter Clemente) begleiten den Zuhörer in die warme Welt des Bossa. "Biondina mi manchi" von Mulo Francel, D.D. Lowka (ebenfalls Quadro Nuevo) und Julie Francel bringt dann ein bisschen Schwung in die Sache. Schön ist die Geschichte um den altmodischen Titel "Wenn ich an die denke", der mit englischem Text die CD abschließt: die Grundidee der Melodie lieferte ein gemeinsamer Freund aus Rom, Vincenzo Barbarlaga, der hier übrigens Akkordeon spielt. An einem lustigen Abend in der italienischen Hauptstadt wurde gelacht, Wein getrunken und alte italienische Lieder gesungen, und Barbarlaga spielte immer wieder diese Melodie, eine Reminiszenz an die 50er Jahre. Der Text dazu, so Lisa Wahlandt "kam so über mich", und der kann sich hören lassen: "Wenn ich an dich denke wird mein Herz ganz leicht. Meine Knie werden schwammig und ganz weich. Deine Haut - süß wie Marzipan... Oh was hast du getan? Ahhhhh, Gänsehaut, wunderschön einfach instrumentiert mit Akkordeon, Mandoline, Klavier (Martin Kälberer) und Vibraphon. Und diese federleichte Stimme Lisa Wahlandts. Der Rest sind Selbstläufer wie Burt Bacharachs "Close to you", "Samba d´Orfeo" von Louis Bonfa oder Bob Haymes "They say it´s spring". Mademoiselle (Henry Salvador) hörte die Sängerin bei Freunden in Frankreich. Und der Text von "Wenn ich an dich denke" ist auf Englisch auch gelungen: "When I think of you my heart grows soft and light,... Your skin sweet as marcipan. Oh, babe, what have you done.... Mmh, einfach lecker. |
| Meeresbrise Es war einer dieser Nachmittage, die ruhig ein wenig länger dauern könnten. Lisa Wahlandt und Mulo Francel stellten ihr druckfrisches Album "Brisa do Mar" vor und es konnte sich wohl keiner der Gäste in der übervölkerten Lokalität am Lech dem Gefühl von Sonne und Strand, von Leichtlebigkeit und Freude am Dasein entziehen, das die beiden gemeinsam mit "Band" D.D. Lowka am Kontrabass verbreiteten. Das Trio zeigte in der kurzen Stunde seine ganze leidenschaftliche Musikalität, ein wahnsinniges Gespür für Rhythmus sowie die professionelle Anpassung an die Räumlichkeiten und perfektes Aufeinander-eingespielt-Sein. Lisa Wahlandt ist die kühle Rotblonde, unter deren Haut die Leidenschaft lodert und die sie mit ihrer unglaublichen Jazzstimme gebiert. Deutsch, französisch, englisch, portugiesisch - in jeder dieser Sprachen trifft Lisa Wahlandt das pulsierende Leben. Ein Samstag an der Copacabana Sie singt "Sábado em Copacabana" und die Licca Lounge verwandelt sich in eine Bar am Strand von Rio de Janeiro. Sie wärmt einen alten Marlene-Schlager auf und interpretiert ihn besser, als die Dietrich es jemals tat. "Ich fühle mich in jeder Sprache wohl", sagt die Jazzsängerin über sich selbst, "wichtig ist nur, das die Texte musikalisch und geschmeidig werden". Mulo Francel sagt über Lisa Wahlandt: "Schon bei der ersten Begegnung mit ihr, während des Studiums "vor einigen Jahren", habe ich mir gewünscht, dass sie, wenn ich eine Band gründe, als Sängerin dabei ist." Musikalische Übereinstimmung ist die einfache Erklärung dafür. Wie sich Wahlandts Stimme zwischen die Harmonien von Francels Saxophon schiebt, wie sie mit dem Instrument kokettiert, es mit den Rhythmen von Samba und Bossa Nova umgarnt, das ist Sinnlichkeit pur. Landsberger Tagblatt Romi Löbhard |
| Strandurlaub für die Ohren ..... zusammen mit einem illustren, vielköpfigen Konsortium von Musikern, das einen guten Teil der oberbayerischen, jazzorientierten Musikszene repräsentiert, legen sie nun ein neues Album vor, das in erste Linie eines ist: Strandurlaub für die Ohren. Die Sängerin und der Saxophonist widmen sich darin hingebungs- wie ideenvoll ihrer immergrünen Liebe zur Musik der Großmeister der Leichtigkeit. Und die wohnen in Brasilien. Bossa Nova und Samba sind die wichtigsten stilistischen Ingredienzien. Dazu kommen sanfte Brisen vom Mittelmeer. Der großen Blaupause für die stilistisch so gelagerte Besetzung Saxofonist und Sängerin huldigten die beiden bereits vor gut zehn Jahren mit dem Album "Mind Games plays the Music of Stan Getz & Astrud Gilberto". Brisa do Mar" führt die Linie fort - und lässt sie noch ein Stück weiter aufblühen. Dass Leichtigkeit mithin die schwierigste Kunst ist, zumindest wenn die gefährlichen Klippen von Kitsch und Belanglosigkeit wirklich umschifft werden sollen, das wissen die Könner. Francel und Wahlandt gelingt dies, gelingt diese Kunst in genau der Art, wie sie den originären Schöpfern der Bossa Nova gelang, einem Louis Bonfa, einem Dorival Caymmi. Die schönen Melodien brauchen einen kleinen Schuss Melancholie, die Stofflichkeit akustischer Instrumente, ausgefeilte aber nicht überproduzierte Arrangements, ein wenig Augenzwinkern. Und der Flirt wird unwiderstehlich. Lisa Wahlandt singt auf "Brisa do Mar" auf portugiesisch, englisch, französisch und deutsch. Neben zentralen Gemmen des Repertoires wie "Samba d´Orfeo" finden sich einige höchst gelungene Eigenkompositionen der beiden. "Wenn ich an dich denke" knüpft dabei an die Traditionslinie des deutschen Schlagers an, die chansonnah ist und in der Setzung der Worte treffsicher. Mit "Mademoiselle" wird ein später Hit des großen französischen Chansonniers Henri Salvador mit neuer Strandkleidung versehen... Dass sich Lisa Wahlandt und Mulo Francel seit langem kennen wirkt sich musikalisch in traumwandlerisch sicherem Zusammenklang aus, der sich dennoch anhört wie ein junger Flirt in Tönen. Der musikalische Cocktail ist ausgewogen, vitaminreich, macht beschwipst doch nicht besoffen. Der Sommer kann kommen. Rosenheim, Thomas Kraus |
| Träne im Knopfloch Lisa Wahlandt präsentiert ihre neue CD "Marlene" Die Dietrich. Nur weniges bringt mich umwegloser auf die sprichwörtliche Palme, als wenn meine geliebte Oma vor den Familiennamen einer Künstlerin ein einfaches "die" setzt und ihr damit den Status der Unantastbarkeit verleiht. Ein Relikt aus einer Zeit, in der Diven - im Gegensatz zur substanzlosen Überheblichkeit heutiger Sternchen á la Jennifer Lopez und Konsorten - noch ihre Existenzberechtigung hatten und das "die" ein Gütesiegel war. So wie "die Dietrich", oder wie es vielleicht zeitlich universeller klingt, Marlene Dietrich. Eine Legende ihrer Zeit. Und jetzt kommt Jazzsängerin Lisa Wahlandt und macht sich an dieses Erbe heran. Im Jahr 2003, einige Jährchen nach dem "Mythos Marlene" also. Die Gefahr des Kitsch ist groß, was offenbar auch Wahlandt und ihre Begleiter Beatbastler Gerwin Eisenhauer (dr, electronics) Walter Lang (p, rhodes) und Uli Zrenner (b) sowie - als Special Guest - Rüdiger Eisenhauer (g) erkannt haben und in der Regensburger Alten Mälze ihre aktuelle CD "Marlene" als eine gänzlich neue Interpretation des altbekannten Themas präsentierten. Der Minimalismus professioneller Musiker gepaart mit der musikalischen Offenheit, für die der Begriff "Jazz" überhaupt erst geschaffen ist, vermag es hier unter dem Strich einen unglaublich dichten und modernen ( und doch angenehm schmeichelnden) Sound irgendwo zwischen Chanson und Drum´n´Bass zu erschaffen. Zentrales Element bleibt jedoch immer Lisa Wahlandts angenehm schnörkellose Stimme, die anregend hochnäsig und gleichzeitig zerbrechlich wirkt. "I love Paris" kam wohl noch nie verruchter von den Lippen einer Frau und "Sag mir wo die Blumen sind" ist so wunderschön traurig, dass sich sogar einige Männer im Publikum beschämt kleine Tränen aus den Augen wischen müssen. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Lisa eingestellt. Oder auch - und das ist an dieser Stelle das wohl größte Kompliment - "die Wahlandt". Dieses Prädikat hat sie sich voll und ganz verdient. (Sebastian Klug, Jazzzeitung, Februar 2004) |
| Dieser leicht angemüdete Blick Das Palazzo-Festival startete klug dosiert mit Lisa Wahlandts "Marlene" Regensburg. ... Eine kluge Entscheidung; beim Jazz-Weekend ist´s laut genug gewesen in der Altstadt. Auch Wahlandt hat da kräftig mitgemischt. Bei ihrer Performance am Bismarckplatz wurde deutlich, was eine richtige Rock-Röhre so an Phon Stärken freisetzten kann. Und nun ganz leise Kammertöne. Auch damit konnte sie überzeugen; falls es etwas wie "Stimmband Breite" gibt, hat die schmal blonde Jazz-Lady in dieser Sparte eine vorzügliche Visitenkarte hinterlegt. Toller Abend im Innenhof Ansonsten ist sie kein bisschen breit. Hochbeinig, also elegant; schwarzer "Neck-Holder" und Jeans gleicher Couleur bis knapp übers Knie. Als Farbtupfer knallrote Sandalen. So vermeidet Wahlandt geschickt, in irgendwelche Vamp-Klischees zu stolpern. Sie hat sich der großen Actrice mit fein ziselierter Dezenz angenähert. Wer alte Fotos ansieht, mag gewisse Ähnlichkeit der Beiden ausfindig machen: Helles Haar, sensibler Mund, leicht angemüdeter Blick und immer ein Hauch von Tristesse. Aber Inhalte zählen mehr. Zitiert sei ein Text der Dietrich aus dem Jahr 1935 in Hollywood, nur wenige Jahre nach ihrem Durchbruch als Lola in von Sternbergs "Blauer Engel": Würdest Du mich bitte schlafen lassen. Ich führe das traurigste Leben ohne Dich. Darum lass mich bitte wenigstens schlafen" In diese melancholische Richtung eher geht Wahlandts Text-Wahl. Zur Einstimmung Liebeserklärungen an Paris, Refugium letzter Jahre im Leben des Stars. Und dann gleich das berühmte "Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt..." Hier spätestens ist Wahlandts Meisterschaft zu erkennen: Nachahmung ist ihre Sache nicht, obwohl sie´s von der Stimme her locker drauf hat. Sie zitiert eben, ganz gleich ob´s um das verschwundene "Fräulein Annie" oder Antwort gesucht wird auf "Sag mir wo die Blumen sind?".... Auch bei diesem oft verkitschten Trauer Lied bleibt die Interpretin ganz distanziert. Wundervoll die drei Männer an ihrer Seite, ihre Band: Gerwin Eisenhauer (Schlagzeug), Walter Lang (Piano, Fender Rhodes) und Uli Zrenner-Wolkenstein (Bass). Da stimmt alles von umwerfenden Soli bis zum homogenen Ensemble-Klang: Jazz, Blues, Swing. Auch Lächeln ist nicht verboten. Wenn Wahlandt Heines "Loreley" gibt oder das Publikum mit "Muss i denn zum Städtele hinaus?" überrascht. Toller Abend im Innenhof, in dem neben Motten leider auch reichlich Mücken schwirrten... (Uta von Maydell, Mittelbayerische Zeitung, Freitag, 28. Juli 2006) |
| Chanson trifft Moderne Mit Magie am Mythos Marlene ... Herrje - das schöne Vorurteil ist dahin. Die Niederbayerin Lisa Wahlandt biete ein Gesamtkunstwerk, sie interpretiere Marlene Dietrich - mit "ungewöhnlichen Arrangements im Bereich Chanson, Drum´n´Bass und Jazz" hatte die Ankündigung versprochen. Jemandem, der die Wahlandt nicht kennt, kann man da den Verdacht auf eine weitere abgedroschene Hommage, die Furcht vor schlecht kaschierter Blasphemie an der übermächtig erscheinenden Diva nicht verübeln. Doch nach dem Konzert ist man schlauer, nun weiß man, dass ein Lisa Wahlandt-Abend mit derlei Assoziationen rein gar nichts zu tun hat. ....merkwürdig, aber das Ergebnis klingt viel authentischer als alle Dietrich-Verschnitte, die regelmäßig wie eine Plage ins Land fallen. Wahlandt gelingt es, den Mythos ohne Femme-Fatale-Show und Frivolität raffiniert ins 21. Jahrhundert zu retten. Dabei schimmert er zwischen puschenden Beats mit verfeinerter Anziehungskraft. Aus dem Munde Wahlandts dringen die melancholisch-morbiden und oft kriegskritischen Lieder der Dietrich extrem eindringlich. Besondere Schauer über den Rücken bescherte das "Sag mir wo die Blumen sind". Dabei singt Wahlandt ohne jedes Pathos, ohne große Gesten, fast lässig, doch mit sehr verwickelten Paraphrasen. Und Sie formuliert die ewigen Themen der Zeit sehr nachdrücklich. So passt die Dietrich ins 21. Jahrhundert. ... Gerwin Eisenhauer deutet Elemente nur kurz an, verwendet ungewöhnliche, komplizierte Rhythmusfolgen und spielt, dass der Zuschauer staunt wie ein Kind. In langen Solo-Parts entlockt er seinem Instrument Töne, die manche Lounge-Freaks mit zehn Laptops nicht hinbekommen... ..."Wenn der Sommer wieder einzieht". Pärchen berühren sich plötzlich, Zuhörer ziehen genussfoll an Zigarren. Das Publikum wird zwischen Ergriffenheit und Erstaunen entlassen. Die Lieder der Dietrich berühren gerade in dieser paraphrasierenden Entfremdung tief. Die Band hat es geschafft, einen übermächtigen Mythos musikalisch-mondän zu beleben. (Alexander Bock, SZ, 13. Mai 2004) |
| Marlene ganz anders Lisa Wahlandt interpretiert Marlene Dietrich ... "Wir bringen kein Stück so wie Sie es kennen", versprach die Sängerin, und wirklich, niemals hat jemand Marlenes berühmtestes Lied "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt..." so gehört, wie es Lisa Wahlandt haucht, flüstert, dann wieder wie ein trotziges Gör kickst! "Marlene hat so viele traurige Lieder gesungen und ich hab mir gerade die ausgesucht" bekennt die zierliche Sängerin mit den langen blonden Haaren. Sie trägt Jeans und schwarzes Top und strahlt bei aller Professionalität absolute Natürlichkeit aus, was ebenso in ihren Ansagen zum Programm angenehm auffällt. Walter Lang ist nicht nur ein exzellenter Begleiter am Piano und Keyboard, er bedient auch eine Claviola, ein besonderes Instrument, das sich aus einer kleinen Panflöte und einer Art Harmonika zusammensetzt. Wie er, setzen der Bassist wie der Schlagzeuger die verschiedenen Stimmungen sensibel um in elegische Intonationen, leidenschaftliche Rhythmen oder Tonfolgen in Stakkato. Auf ganz besondere Weise singt Lisa Wahlandt "Sag mir wo die Blumen sind" und ihre Stimme bringt all die Schmerzlichkeit des so bekannten Marlene-Liedes berührend zur Geltung... ... ein großes Kompliment an Lisa Wahlandt und ihre Musiker für diesen zauberhaften Konzert-Abend! (Margrit Jacobi, OVB, Mittwoch 2. Juni 2004) |
| Elegante Flüstertöne Jazzsängerin Lisa Wahlandt beim Konzert im Gleis 1 Lisa Wahlandt tastet sich vor, leise, sanft, manchmal im Flüsterton. Sie pirscht sich an die Lieder heran, freut sich an der Schönheit einer Melodie, am Witz eines Textes. Es ist ihre Art, in Stimmung zu kommen... .... sie konzentrieren sich auf südamerikanische Klänge und auf eigenwillige Bearbeitungen von Popklassikern. Das erfordert ein besonderes Feingefühl, um nicht fade oder abgedroschen zu wirken, doch der Band gelingt es mit lakonischer Brillanz, die Fallgruben der Konventionalität hinter sich zu lassen. Das liegt zum einen an Wahlandts präzise nuancierender Stimme, die vom hingehauchten "Kiss" über das pathetische "Madalena" und das sentimentale "Paff, der Zauberdrachen" bis zum schnatternden "O Pato" die pointierten Ideen der Arrangements souverän umzusetzten versteht. Es liegt aber auch an ihren Mitmusikern, die ihr den passenden Rahmen für die Klangausflüge bieten. Der Berklee-geschulte Gitarrist Rüdiger Eisenhauer etwa hat nicht nur eine exakte Vorstellung davon, wie er mit seinen akustischen Instrumenten klingen will, sondern kann auch ein weites Stilspektrum von Gypsy-Swing bis zu effekt verfremdeten Funk-Phrasierungen entfalten und erweist sich darüber hinaus als einfallsreicher Erzähler solistischer Geschichten. Sein trommelnder Bruder Gerwin hat, frisch aus Brasilien zurück, Spaß an Samba und Bossa-Motiven, und erweist sich als kompetenter und inspirierter Rhytmiker. Zusammen mit dem soliden Bass-Fundament von Uli Zrenner-Wolkenstein und einem erfreulich transparenten und ausgewogenen Bandsound wurden die Menschen im Gleis 1 daher knappe zwei Stunden lang bis hin zur unverstärkten Zugabe im Publikum zwischen den Bistro-Tischen elegant und charmant unterhalten. Und das ist noch immer ein Kunst. (Ralf Dombrowski, Süddeutsche Zeitung 13/14. Mai 2006) |
| Sängerin, die mit Stimmungen und Schattierungen zaubert Lisa Wahlandts "acoustic project" beim Jazzclub im Leeren Beutel REGENSBURG. Hört man manche als Offenbarungen des Crossover gepriesene Jazzinterpretationen von Pop- Nummern, so beschleicht einen nicht selten das ungute Gefühl, einer feindlichen Übernahme beizuwohnen. Da wird die Melodielinie mit den sonst in Eigenkompositionen verdrechselten Harmoniefolgen unterlegt, bis sie einem bestimmten modernistischen Sound einverleibt ist. Was als Grenzüberschreitung beginnt, endet als Abschottung. Wenn Lisa Wahlandt, ohnehin keine ausschließliche Jazzsängerin, sich Songs zwischen Prince, Madonna und Metallica nähert, so geschieht dies mit einer Sorgfalt und einem Respekt, der bei aller Reduktion der Mittel oder Arrangementverfremdung immer die Aura des Originals bewahrt. Auch ein Rest an Distanziertheit bleibt, nicht nur, wenn sie in dem auf ausdrücklichen Wunsch der Eisenhauer- Brüder gespielten "Longview" der Punk- Rock- Abräumer "Green Day" die ein oder andere unflätige Textzeile mit spitzen Fingern anfasst. Sie interpretiert statt zu imitieren, und nur so ist es zu erklären, dass ihre langsame Bossa- Version der Mitgröhl- Nummer "I Will Survive" so unvergleichlich gelingt. Hinzu kommt eine Kontrolle über sängerische Mittel, die aus ihrem gewiss nicht riesenhaften Organ einen Mikrokosmos aus Stimmungen und Schattierungen hervorzaubert. Und was sie an Textbehandlung zu leisten imstande ist, zeigen Lieder wie das wunderbar auf Deutsch gesungene "Puff, the Magic Dragon" und das aus ihrem Marlene- Dietrich- Programm stammende "Wenn ich mir was wünschen dürfte": mehr davon. Wie gut Rüdiger Eisenhauer an der Gitarre wirklich ist, kann man an Abenden wie diesen ermessen. Seine Begleitarbeit ist delikat, seine Soli brodeln gewaltig unter der durch Effektpedale nur sparsam angereicherten Oberfläche. Bruder Gerwin entlockt seinem von diversen Mikros perfekt abgenommenen Drumset einen ganzen Kosmos an Groove-Möglichkeiten, ohne diese treibende, jeden Song mitgestaltende Kraft je durch pure Lautstärke erzwingen zu müssen. Uli Zrenners punktgenau pulsierende Bassarbeit fügt sich in diese exquisite Band nahtlos ein, für die die Bezeichnung "akustisches Projekt" allzu bescheiden anmutet. Das vielleicht nicht spektakulär auflodernde, dafür umso wärmere Feuer, das Lisa Wahlandt mit ihr entfachte, reichte jedenfalls aus, ein nun wirklich rein akustisches "Jingle Bells" inmitten des jubelnden Jazzclub- Publikums zu erleuchten. Ein Tisch als Trommelunterlage, ein Bass und eine Ukulele, dazu Gesang: Glückes genug. (Juan Martin Koch. 14.12.2005, Mitteldeutsche Zeitung) |
| Musik die unter die Haut geht: Lisa Wahlandt im Stadttheater Alten Songs neue Seele einhauchen Erding. Dass Jazz nicht nur zeitlos ist, sondern auch tageszeitlos schön, erlebten die Besucher, die am Sonntagvormittag mit Lisa Wahlandt auf Jazz-Reise gingen. Im gut besuchten Stadttheater bei Kerzenlicht hatte man Kälte und Zeit spätestens mit dem ersten Basslauf vergessen. Ein atemloser Frühschoppen; kein Geräusch aus dem Publikum, das Lisa Wahlandts heller, unaffektierter Stimme vom ersten Song an folgte. "Wir spielen Stücke aus den 30er Jahren bis heute, ohne Rücksicht auf die Originale. Wir spielen sie so, wie wir sie spielen" , erklärt die zierliche, blonde Sängerin zu Beginn über die Song-Auswahl. An diesem Vorhaben sind bereits einige musikalisch gescheitert: erträgt man eine erneute Cover-Version von Gloria Gaynors "I will survive", mag man Prince noch küssen, nachdem bereits Tom Jones dessen "Kiss" in alle Party-Mikrofone gurgelte, muss Jim Morrison noch postmordern der Ruf nach Feuer nacheilen? Und dann singt Lisa Wahlandt so unpathetisch-eindringlich "Light my fire", virtuos begleitet von den Eisenhauer Brüdern an Schlagzeug und Gitarrre, sowie Bassist Uli Zrenner, dass der Doors Klassiker neu und außergewöhnlich klingt. Auch andere bekannte Melodien - von Sting, Madonna, TLC, Cole Porter bis hin zu Marlene Dietrich - werden stilsicher intoniert. "Von einem Madonna Lied hatte ich noch nie eine Gänsehaut" flüstert ein Gast. Mit dem "acoustic project" versuche das Quartett, die Seele oder Essenz eines Songs wiederzugeben, so Wahlandt. "Die Spannung entsteht auch, weil wir ein offenes Konzept spielen. Offen heißt, dass wir nicht vorher eine Version einspielen, sondern diese sich während des Spiels entwickelt", sagt Rüdiger Eisenhauer. "Die Leute sind dankbar, dass sie keine gecastete Band gleichgut aussehender Leute hören; ich denke, handgemachte Musik setzt sich durch." (Kerstin Vieritz Oktober 2005, Süddeutsche Zeitung) |
| Spaß an Schlichtschönem "Acoustic Project" betörte Samstag im Scharfrichterhaus Lisa Wahlandt und drei nicht minder sensible, exquisite Profimusiker sind das "Acoustic Projekt". Die selbstbewusste Jazz-Formation betörte Samstagabend im Scharfrichterhaus. Tatsache ist: Lisa Wahlandt stammt von einem Arnstorfer Bauernhof und war mal Sekretärin im Pfarrkirchner Landratsamt. Hör- und sichtbare Tatsache ist aber auch: Das ist Vergangenheit. Heute hat die wandelbare Münchner Dozentin Auftritte mit anderen Jazzgrößen auf der ganzen Welt. Eine kammermusikalische Formation dabei ist das "Acoustic Project" mit den Brüdern Gerwin "Geff" (dr) und Rüdiger Eisenhauer (git) sowie als ruhendem Pol dem Kontrabassisten Uli Zrenner-Wolkenstein. Dieses Quartett grooved entspannt -schmunzelnd. Es serviert brasilianische Balladen und Hits von Madonna, Sting oder Prince mit der gleichen (Woll)Lust wie eine deutsche Version von Puff, dem magischen Drachen, oder ein Lied von Friedrich Hollaender. Meist sind die Originale allerdings nur noch am identischen Text auszumachen. Denn diese allesamt studierten Jazzer covern nicht. Sie interpretieren neu. Und das mit- und hinreißend. Dazu trägt jeder Musiker seinen Part bei, bekommt aber, wann immer ihn die Leidenschaft packt, Raum für Soli oder die Führung. Mal ist das Lisas lautmalerisches Jubilieren oder Retardieren, mal sind es Rüdigers witzige Gitarren-Schlenker und Einlagen - unverkennbar übrigens, dass die Sängerin und der Gitarrist auch als geniales Duo "WED" auftreten - oder temperamentvolle Prisen und Reprisen seines Bruders am Schlagzeug. Organische Dynamik, Natürlichkeit und Spaß an Schlichtschönem machen dieses Quartett aus. Herbstwinterdepression? Hingehen, mitgrooven, mitschmunzeln! (Christine Pierach Im Oktober 2005, Passauer Neue Presse) |
| Perfekte Harmonie Lisa Wahlandt und ihr Acoustic Project zu Gast beim Sommerfestival Lisa Wahlandts Lieder, Songs und Jazzballaden, das zeigt sich einmal mehr, lassen sich in keine Schublade packen. Pünktlich steht sie mit Gerwin Eisenhauer (Percussion), Uli Zrenner-Wolkenstein (Bass) und Walter Lang (Piano) beim Sommerfestival auf der Bühne im Innenhof der Stadtbibliothek. Schöne Songs in einer schönen Sommernacht habe sie mitgebracht, Lieder aus Brasilien, Amerika und Deutschland, sagt sie und lehnt dabei am"Stehsitzstuhl". "Acoustic Project" steht über dem Programm. Das klingt eher metallisch kühl und soll "ein ausgefallenes Klangkonzept" umschreiben. "In minimalistischer Manier widmet sich die Band den Perlen der Jazz- und Pophistorie ohne Rücksicht auf stilistische Grenzen" heißt es in der Ankündigung. Das Schlagzeug darf zuerst ran. Fast zögernd klopft Gerwin Eisenhauer auf die Trommel, so als suche er nach den passenden Schlaginstrumenten, der richtigen Lautstärke, dem passenden Hintergrundgeräusch für Lisa Wahlandts Stimme. Die schleicht sich ein in den Rhythmus, ist plötzlich da, ganz sanft und schmeichelnd. "I love Paris in the Springtime" singt sie verhalten, fast zärtlich ins Mikrofon. Das Publikum auf den neuen, eng gestellten Stühlen schließt die Augen, um den Genuss der Stimme pur zuhaben. Das ist es nämlich, was den Abend so unglaublich intensiv macht - die Stimme. Das Locken und Lieben, das verspielte Erzählen und das spielerische Vortragen. Dabei geht ihr Portugiesisch ebenso perfekt von der Zunge wie Englisch oder Deutsch. Lisa Wahlandts Gesang klingt natürlich und unangestrengt, ist unvergleichlich variabel und irgendwie innig. Selbst die Glocken von St. Martin schwingen da andächtig "und in der richtigen Tonart" mit. "Ambergs Glocken sind ganz schön hartnäckig, wir aber auch!" lächelt die Sängerin, um gleich darauf das Loreley-Lied auf ihre unnachahmliche Art zu interpretieren: "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten?" Das Publikumweiß es schon und zeigt es mit seinem begeisterten Applaus: Lisa Wahlandt und ihre drei ausgezeichneten Musiker, die sich in kurzen Soli auch profilieren konnten, harmonierten perfekt. Sie hinterließen den besten Eindruck. (msc, Sommerfestival Stadt Amberg, AZ 29.7.06) |
| Berührende Überraschung Karussell der Stile: Lisa Wahlandt und Walter Lang ...Enorm variable Stimme. Beginnen wir mit dem Rüstzeug. Wahlandts diesbezüglichen Qualitäten sind vielfältig: Sie hat eine "schöne" und enorm variable Stimme, die sich für Blues und Swing ebenso wie für Latin oder Avantgardistisches eignet; hinter der recht hohen Lage verbirgt sich ein unerwartetes, enormes Volumen; Wahlandts Intonation ist ebenso makellos wie ihr Umgang mit dem Mikrophon oder ihr Gespür für Phrasierung; Scatten beherrscht sie ebenso gut wie Sprechgesang oder Cocktail-Jazz; Portugiesisch geht ihr ebenso perfekt von der Zunge wie Englisch, Französisch oder Deutsch. Nicht zuletzt verfügt die kühle Blonde aus Niederbayern auch über die nötige Portion Ausstrahlung. Und schließlich wählt sie für ihre Projekte die passenden Begleiter... ....Es gibt in Deutschland einige Sängerinnen, die das eine oder andere aus dieser Liste ebenfalls vorweisen können, auf ganz wenige trifft alles zu. Keine aber hätte wohl ein derart überraschendes Programm in Ismanning präsentiert. "Around the world in one hour" - wie die beiden unlängst ihren Auftritt in der "Unterfahrt" betitelten -trifft es nur zum Teil. Auch Stile und Epochen wurden da so geschmackvoll und gekonnt durcheinander gewirbelt, dass es eine wahre Freude war. ... ....Wie das alles verwoben, bearbeitet und präsentiert wurde, das könnte man noch mehrere Absätze lang loben, angefangen mit dem typischen sparsamen doch nuancenreichen, sich zwischen Klassik, Jazz und Pop bewegenden Spiel Walter Langs, das ihn wieder einmal als perfekten Begleiter auszeichnete. Belassen wir es mit der Feststellung, dass Wahlandt offensichtlich das entscheidende Geheimnis des Gesangs kennt; Bei ihr ist es nicht einfach gesungen, bei ihr berührt es. (Oliver Hochkeppel, Süddeutsche Zeitung - München 30/09/03) |